Frank Meyer Blog

Edelmetalle in Zeiten von Corona

12.05.2020

Trotz aller Expertenrufe ist Gold auch in den letzten Wochen nicht viel billiger geworden. Ein Gramm kostet weiterhin über 50 Euro. Damit ist das gelbe Metall 110 mal so teuer wie Silber. Wir erleben nicht nur in diesem Zusammenhang historische Zeiten. Nie war Silber im Vergleich zu Gold so preiswert. Woran liegt das? Nun, Gold war, ist und bleibt das stärkste Geld der Welt. Silber dagegen ist einerseits Geld, zur Hälfte aber auch ein Rohstoff. In Zeiten von Corona haben es die Rohstoffe mangels Nachfrage preislich schwer, wie man beim Öl verfolgen kann.

Gold spielt seine Vorteile sowohl in einer Deflation als auch in der Inflation aus. Angesichts der Tatsache, dass die Zentralbanken mit Billionen aus dem Nichts die Folgen des staatlich angeordneten Stillstands der Wirtschaft zu bewältigen versuchen, darf man sich schon Sorgen machen um die Kaufkraft des bislang erzeugten und gesparten Geldes. Der Begriff „Billion“ wird meistens im Zusammengang mit einer Hyperinflation bemüht. Anders betrachtet: Wenn man mit viel Mühe zwei Billionen auf der hohen Kante hat, wie es die Statistik der Bundesbank ausweist, steckt dahinter viel Mühe und auch Verzicht auf Konsum. Wenn aber eine Zentralbank (alternativlos) in kurzer Zeit zwei Billionen Euro drucken kann, wird die Sorge um die Werthaltigkeit der ersten beiden Billionen doch verständlich. Es macht keine Mühe, Geld zu erzeugen, aber Mühe, seine Kaufkraft zu sichern.

Und dann kam Corona...

Wir leben in verrückten Zeiten. Das Virus legt gnadenlos die Schwachstellen unserer modernen Welt offen, in der fast alles voneinander abhängig gemacht wurde. Das kleinteilige Wirtschaften ist der Globalisierung gewichen. Ihre Lieferketten umschlingen die gesamte Welt. Auf diesen Verkehrsadern reisen auch die Viren - ganz ohne Pass. Sie trafen uns nun an den verwundbarsten Stellen, und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Geldpolitik mit ihren Nullzinsen schon für einen scheinbaren aber fragilen Boom gesorgt haben, aber auch für steigende Anlagepreise. Das Virus pustet vieles dahin wie die Pusteblumen am Straßenrand. Und alles hängt mit allem zusammen.

Diese Kette riss zuerst an den schwächsten Stellen, dort, wo die Umsätze am schnellsten sanken und die Schulden in deren Verhältnis am schnellsten nach oben schießen. Die Luftfahrt- und Reisebranche sendeten schnell das erste S.O.S., den kleinteiligen Lieferketten in der Produktion ging ebenfalls schnell die Luft aus. Als Gegenmaßnahme übernehmen nun die Staaten bzw. deren verbliebene Steuerzahler den Umsatz. Billionen von neuen Geldeinheiten werden in die Gassen gelegt, wo sie nicht lange liegenbleiben. Sie sind da, um zu bleiben. Was wird passieren? Wir wissen es nicht. Vermutlich wird die Kaufkraft unseres Geldes statt der geplanten zwei Prozent etwas schneller schrumpfen.

Ein kleines Geheimnis?

Im „Kampf gegen Corona“ ging wahrscheinlich auch unter, dass sich das Bundesverfassungsgericht mit der EZB und damit auch mit dem Europäischen Gerichtshof anlegte, indem es die Aufkäufe von Anleihen mit Geld aus dem Nichts bemängelte bzw. in Teilen als verfassungswidrig urteilte. Der frühere Finanzminister Wolfgang Schäuble sagte dazu:

"Unabhängige Institutionen, die nicht demokratisch legitimiert und kontrolliert sind, müssen sich streng auf ihr Mandat begrenzen und dürfen es nicht zu weit auslegen. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist also nicht ganz einfach zu widerlegen."

Was lehrt uns das? Die Sicherheit bzw. der Bestand des Euro ist nicht garantiert. Hier sehen wir das eigentliche Konstrukt, das den Euro zusammenhält. Und dass sich diese EZB selbst begrenzt, bleibt Wunschdenken.

"Es kann gut sein, dass in anderen EU-Mitgliedstaaten nun auch der Bestand des Euro in Frage gestellt wird - weil ja jedes nationale Verfassungsgericht für sich urteilen könne"...

...sagte Schäuble neulich dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Was bedeutet das? Wenn der Euro theoretisch nicht mehr Bestand haben sollte, in welcher Maßeinheit wird dann die Unze Gold oder Silber gemessen? Richtig... in Gramm und Unzen.

Geht die Türkei voran?

Schauen Sie mal in Richtung Türkei. Die Türkische Lira ist auch nicht mehr das, was sie mal war und im Gegensatz zu den Deutschen wissen die Türken, dass sie diese ausgeben müssen – und kaufen davon Goldschmuck. Ihre Währung ist weniger „wertstabil“ als der Euro. Während hierzulande das Geld (noch) unverzinst auf der hohen Kante liegt, haben die Türken längst verstanden, dass Cash nicht King, sondern Trash ist. Also weg damit. Übrigens hat das Gold in türkischer Lira allein in diesem Jahr um 34 Prozent zugelegt bzw. hat die Lira gegenüber dem Gold um rund ein Drittel abgewertet. Auch mit Silber lag man in der Türkei besser als mit der türkischen Lira.

Nein, es ist alles andere als beruhigend, wenn Gold in einer Währung auf Rekordhöhen notiert. Für diejenigen, die Gold statt Währung besitzen, mag sich ein Wohlgefühl einstellen, aber steigende Goldpreise signalisieren auch immer Gefahr.

In Euro gesehen hat Gold pro Unze Ende April mit 1612.75 Euro pro Unze einen neuen Rekord verzeichnet. In Euro kann man sich jetzt reich rechnen. Doch was hat das für einen Sinn, die Währung gegen Gold getauscht zu haben und dann aber in der Währung zu rechnen, aus der man geflüchtet ist?

Was lehrt uns das? Angesichts der Nachrichten sollte man sich im stillen Kämmerlein ruhig einmal fragen, wo diese Reise enden wird. Mit oder ohne den Euro? Und wenn er irgendwann mal weg sein sollte oder in seiner Kaufkraft kaum noch zu erkennen sein, bleibt nur die Waage zum bemessen seines Wertes - wenn es nichts mehr zu zählen, sondern nur zu wiegen gibt. Dieses Gedankenkonstrukt steht hier nur für den Fall der Fälle - nur theoretisch und hypothetisch. Von Tag zu Tag aber kommen wir dem Schritt für Schritt näher. Denn nichts ist unendlich. Nicht mal der Euro, obwohl der doch gekommen ist um zu bleiben. Wie die damalige Berliner Mauer...

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