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Gold glänzt, wenn Papiergeld rostet

12.08.2025

Überschüsse richtig parken heißt: Kaufkraft bewahren. Klingt simpel, ist aber inzwischen so schwierig wie ein ehrlicher Politiker. Geld ist heute alles, nur kein Garant für Wert. Und Schulden? Die sind offiziell so sicher, dass ganze Altersvorsorgesysteme darauf aufbauen – also genauso sicher wie eine Hängematte aus Spinnweben.

Unsere Versicherungs- und Rentenprodukte sind voll mit diesen Schulden. Natürlich nennt man das nicht so, denn „Wir investieren in einen globalen Schuldensumpf und hoffen das Beste“ verkauft sich schlecht. Stattdessen bekommt das Kind einen Namen wie „Zukunft Plus Flex Premium Garant“. Klingt nach Porsche, ist aber eher ein 20 Jahre alter Opel Corsa – ohne TÜV.

Das Prinzip ist einfach: Der Staat leiht sich Geld, verkauft dafür Zettel mit Zinsen drauf. Investoren kaufen diese Papiere und freuen sich über den Kupon. Blöd nur: Wenn die Verschuldung schneller steigt als die Wirtschaft wächst, dann ist es wie bei einer Diät mit doppelter Portion Sahnetorte – am Ende muss der Arzt ran. In der Wirtschaft heißt der Arzt „Zentralbank“ und sein Rezept ist immer gleich: frisches Geld aus dem Nichts.

Zahlen gefällig? Die USA stehen Anfang 2025 bei rund 36,5 Billionen Dollar Schulden. Das entspricht einer Verschuldung von gut 124 Prozent des BIP – Tendenz steigend. Pro Tag fließen mehr als drei Milliarden Dollar nur in die Zinsen. Deutschland wirkt da fast sparsam: Offiziell belaufen sich die Staatsschulden auf 2,69 Billionen Euro, rund 31.000 Euro pro Kopf. Doch das ist nur die Schaufensterzahl. Die verdeckten Schulden – etwa Pensionslasten oder Verpflichtungen aus Nebenhaushalten und Sonderfonds – bleiben geheim. Der wahre Berg dürfte weit höher sein, aber das sagt man dem Publikum lieber nicht.

Natürlich hat man aus den Krisen der Vergangenheit gelernt – nämlich, dass man dem Ganzen einen netten Namen geben muss. „Neue Schulden“ klingt schlecht, also nennt man es „Sondervermögen“. Das ist wie „Diät-Schokolade“: am Ende genauso fett, nur teurer.

Und was macht der Sparer? Die einen sagen: „Dann bunkere ich mein Geld eben auf dem Konto.“ Die anderen stopfen es ins Kopfkissen oder vergraben es im Garten. Schlechte Nachricht: Die Inflation findet alles. Offiziell frisst sie in Deutschland derzeit etwa 2,5 Prozent pro Jahr, bei Lebensmitteln und Energie oft doppelt so viel. 10.000 Euro unter dem Kopfkissen sind nach zehn Jahren nur noch etwa 7.800 Euro wert – und das ohne, dass Sie auch nur einen Cent ausgegeben haben.

Zentralbanken nennen das „Preisstabilität“. Das ist in etwa so glaubwürdig wie die Aussage „Das Buffet ist noch voll“, wenn vor Ihnen eine Fußballmannschaft am All-you-can-eat-Tisch war.

Und jetzt das große Tabu: Edelmetalle. Gold, Silber – das Zeug, das schon vor 3.000 Jahren als Geld funktioniert hat. Jahrzehntelang verteufelt von Politik, Banken und Verbraucherschützern. Angeblich unsicher, angeblich keine Zinsen. Klar – weil Gold nicht pleitegehen kann und sich nicht beliebig vermehren lässt. Das passt so gar nicht ins Spiel der Papiergeldakrobaten.

Die wenigen, die sich nicht beirren ließen, grinsen heute doppelt: Der Goldpreis in Euro ist seit der Jahrtausendwende von etwa 280 € pro Unze auf aktuell rund 2.900 Euro gestiegen. Und wer im Jahr 2000 eine Unze Gold besaß, kann sich heute im Supermarkt immer noch den Einkaufswagen vollpacken – während der Papiergeldsparer inzwischen eher auf den Wühltisch muss.

Wird Gold mal wieder billiger? Sicher. Aber von welchem Niveau? Und wenn der Euro irgendwann dahin geht, wo D-Mark, Reichsmark und Rentenmark schon liegen, dann bleibt die Feinunze einfach liegen – geduldig, glänzend, unbeeindruckt. Die hat schon Kaiser, Kriege und Währungsreformen überlebt.

Wer dann kein Gold hat, darf sich trösten: Er hat wenigstens ein Kopfkissen, unter dem er wertloses Papier verstecken kann. Und wenn’s ganz schlimm kommt, kann er es immer noch zum Grillanzünden verwenden. Denn am Ende der Geschichte gibt es zwei Sorten Menschen: Die einen erzählen ihren Enkeln, wie sie ihre Altersvorsorge „im System“ verloren haben. Die anderen zeigen eine kleine, goldene Münze – und schweigen. Weil man beim Gewinnen nicht erklären muss, wie es funktioniert hat.

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