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Zufälle gibt’s!

11.07.2017

Himmel! Was ist denn bei den Edelmetallen passiert? Da hat es wieder mal gescheppert. Das Jahresplus ist komplett weg und hat sich im Juli in ein Minus verwandelt. So liegt Gold in Euro jetzt zehn Prozent hinten und Silber steht mit drei Prozent im Minus. Dass die Preise auch mal fallen, ist ja nichts Ungewöhnliches, doch die Bewegungen dahinter sehen sehr verdächtig und ärgerlich aus, vor allem, wenn sie aus dem Nichts kommen und aus heiterem Himmel der Blitz einschlägt.

So geschehen am 26. Juni genau um zehn Uhr. Binnen einer Minute wurden über den Terminmarkt 1,8 Millionen Unzen Gold verkauft. Der Preis rutschte schlagartig um 18 US-Dollar auf 1.236 US-Dollar. Damit wurde, welch ein Zufall, ein wichtiges Niveau durchschlagen und das neue Signal an die hirntoten Handelsprogramme lautete: Das Zeug wird weiter fallen. Nein, Gold und Silber braucht man nicht, so eine andere Botschaft. Und dann wird es lustig...

Es hieß, ein „fetter Finger“ wäre daran schuld gewesen, also jemand, der sich entweder zu nachtschlafender Zeit in den USA auf den Verkaufsknopf gewälzt hatte oder ein anderer Idiot, der die Anzahl der Unzen (1,8 Millionen) mit der Anzahl der Kontrakte verwechselt hatte. Was folgte, war dummes Geschwätz, denn genau um diese Zeit wurde der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht, der auf einen neuen Rekord gestiegen war. Experten mit genügend kalten Lötstellen im Hirn brachte das auf die Idee, dass man sich deswegen vom Gold trennte. Zur gleichen Zeit gab es jedoch keinerlei Bewegungen in den Währungen, Zinsen und Aktienmärkten. Zufälle gibt’s!

Wenig später schrieb so ein Schreibspecht in seiner überhitzten Redaktionsstube der Wert des Goldes verfiele rasant. Richtig wäre, dass Preis rasant fiel, nicht aber der Wert. Was aber heißt schon rasant? Ich habe meine Lieblings-Unze gewogen und, oh Wunder, es waren immer noch 31,1 Gramm. Bei Silber dasselbe, dessen Preis auch in Mitleidenschaft gezogen wurde. Wegen des ifo-Geschäftsklimaindex. Ja, Schreibspechte sind von witziger Natur, egal bei welchem Wetter. Niemand hatte eine Ahnung, aber zumindest eine Meinung, warum das passierte. Und es passiert ja in großer Regelmäßigkeit. Diese Häufung von Zufällen stelle man sich mal bei DAX, Dow & Co. vor. Doch es ist immer nur der Edelmetallmarkt betroffen.

So gab es am 6. Juli beim Silberpreis mitten in der Nacht erneut einen sogenannten „Flash-Crash“, als offenbar wieder so ein Typ etwas verwechselte oder auf dem Verkaufsknopf zufällig einschlief. Silber fiel binnen weniger Sekunden um mehr als zehn Prozent bis auf 14,20 US-Dollar. Da hatte jemand mit knapp 700 Millionen US-Dollar gespielt. Beim Gold ein paar Tage zuvor waren es zwei Milliarden US-Dollar, also heute Peanuts. In beiden Fällen war das Ergebnis ein charttechnischer Bruch wichtiger Unterstützungslinien, vielleicht wie gewünscht, was zu weiteren Verkäufen führte.

Wenn jemand verkauft, macht man das nicht so. Ein Investor will den besten Preis erzielen und nicht den Schlechtesten. Das macht kein normaler Investor. Oder sitzen da Schüler an den Handelstischen?

Im Gold – und Silbermarkt sind solche Schläge Normalität, wo sämtliche Ermittlungen, wenn es denn welche gibt, ins Leere laufen, wohl aber zu Erkenntnissen, worüber selbst die Hühner lachen.

Ja, als Investor kann man sich immer wieder darüber aufregen. Man kauft etwas, um es später teurer wieder an jemanden anderes zu verkaufen. In diesem Markt ist das besonders schwer, da man ja nie weiß, wann der nächste Blitz aus heiterem Himmel wieder einschlägt. Oder man lässt es einfach, dort zu investieren. Ist das permanente Absicht? Wir wissen es nicht. Fakt ist, die Preise für Edelmetalle werden heute vom Papiergeldmarkt bestimmt. Fakt ist aber auch, dass man nun weit bessere Preise bekommt als noch vor wenigen Wochen. Ein Gramm Gold kostet statt 38,50 Euro nun 34,20 Euro. Für 100 Euro bekommt man nicht nur fünf, sondern sechs Unzen Silber. Warum gerade in diesen Zeiten der weltweiten Gelddruckerei die Edelmetalle als älteste Währung der Welt eine Alternative sind, habe ich in den letzten vielen Kolumnen beschrieben. Man kauft es in der Hoffnung, dass man es niemals benötigen wird. Man kauft es, weil man damit seine Papiergelder in echte Werte tauscht. Nun gibt’s eben mehr Material für das gleiche Geld. Die einen rufen Manipulation. Die anderen sehen in diesen seltsamen Aktionen nur eine Art von Subventionierung und greifen zu.

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