Frank Meyer Blog

Vom Rekord zum Absturz: Lärm schlägt Logik

11.02.2026

Gold nahm die 5.600er-Marke, Silber rannte erst über die 100, dann bis zur 120 – begleitet vom üblichen medialen Dauerfeuer. Rekorde lösen zuverlässig das aus, was Journalisten und Marktkommentatoren am besten können: Lärm. Nach oben wie nach unten. Führende Meinungsexperten legten Sonderschichten ein und kamen mit dem Hochsetzen ihrer Kursziele kaum noch hinterher.

Bemerkenswert – und zugleich urkomisch – ist dabei stets dasselbe Phänomen: Ausgerechnet jene, die keinen dieser Rekorde haben kommen sehen, präsentieren sich nun als visionäre Preispropheten. 6.000, 7.000, 8.000 Dollar für Gold. Wer bietet mehr? Wer ruft lauter? Wer malt die größere Zahl auf die Serviette?

Das Ende ist bekannt. Statt weiter zu steigen, ging es fahrstuhlartig nach unten. Der Autor dieser Zeilen erlaubt sich den Hinweis: So etwas passiert, wenn Fahnenstangen brechen. Und gelegentlich wird dabei auch ein wenig nachgeholfen. Märkte mögen Dramaturgie. Besonders, wenn zu viele Zuschauer glauben, das Stück sei erst im zweiten Akt.
Als Erklärung für den „Crash“ wurde ernsthaft kolportiert, der neue Fed-Chef Kevin Walch könne eine restriktive US-Geldpolitik einleiten. Ich musste lachen. Unkontrolliert. Laut. Das mit dem nassen Sitzkissen tut mir leid, aber gegen solche Witze ist kein Kraut gewachsen.

Restriktive Geldpolitik? Wirklich? Trump setzt einen neuen Fed-Chef ein, der dann die Zinsen anhebt und damit Trump selbst den Geldhahn zudreht? Das ist ungefähr so wahrscheinlich wie eine freiwillige Diät im Weißen Haus. Wenn dem auch nur ansatzweise so wäre, müsste man es an den US-Renditen sehen. Die würden steigen, sobald auch nur ein Hauch von Zinsangst aufkommt. Was passierte? Nichts. Absolute Ruhe. Tote Hose. Der Bondmarkt gähnte.

Im Internet meanwhile die übliche Freakshow. Bekannte Gurus mit maximalem Ego schrien in ihre Kameras, Silber werde bald 300, ach was, 500 oder gleich 1.000 Dollar pro Unze kosten. Die Welt habe kein Silber mehr. Wir würden alle sterben. Oder zumindest ohne Smartphones leben müssen. Aufmerksamkeit funktioniert eben wie auf dem Jahrmarkt: Wer am lautesten brüllt, bekommt die meisten Klicks.
Spekulanten treiben die Kurse, Fantasiezahlen werden durch die Kanäle gejagt und Meinung wird so lange als Wahrheit verkauft, bis man glaubt, Edelmetalle seien weniger Anlageklasse als Fluchtinstinkt. Wir kennen das. Wir haben das alles schon gesehen. Mehrmals.

Dann der Freitag, der 30. Januar: Silber verliert über 30 Prozent – und schließt den Monat trotzdem positiv ab. Ein Tag für die Geschichtsbücher, ohne Frage. Aber die entscheidende Frage lautet: Was hat sich geändert? Antwort: nichts. Silber ist weiterhin knapp. Gold bleibt das solideste Geld dieses Planeten – sofern man versteht, dass Geld nicht aus Versprechen besteht.

Wie geht es weiter? Ganz einfach: Die gleichen Meinungsexperten werden ihre Kursziele demnächst wieder senken. „Anpassen“ nennen sie das. Das alte Spiel. Ich mache mir schon jetzt Sorgen um die Statik meines Stuhls. Und natürlich werden sie wieder überrascht sein, wenn das Gegenteil passiert – und dann Fahnen schwenken, als wären sie gerade im Ziel der Rallye Monte Carlo eingelaufen.

Sollte man das Gegenteil dessen tun, was offiziell geraten wird? Vielleicht. Besser ist es, sich an Fakten zu halten. Das sogenannte Blechzeug ist im Vergleich zum heutigen Papiergeld nach wie vor selten. ESG hat Exploration abgewürgt, neue Minen brauchen Jahre, nicht Quartale. Gleichzeitig verdienen die produzierenden Minenunternehmen auf diesem Preisniveau hervorragend. Der Minensektor übrigens hat den kollektiven Wahnsinn nach oben nicht mitgemacht – und ist nach unten deutlich weniger abgestürzt als Gold und Silber selbst. Ein Detail, das erstaunlich selten erwähnt wird.

Fundamental hat sich wenig geändert. Außer, dass man nun live beobachten konnte, was passiert, wenn die Herde tatsächlich Metall haben will, weil Papiergeld nicht nur ungemütlich, sondern potenziell gefährlich geworden ist. Und man versteht zunehmend, dass diese hochmoderne Welt ohne Silber schlicht nicht funktioniert.

Also: Staub legen lassen. Marktschreier ignorieren. Banken-Kursziele als das behandeln, was sie sind – Unterhaltung. Und die einzig relevante Frage beantworten: Wie möchte ich positioniert sein, um nachts ruhig zu schlafen – selbst wenn der Markt wieder Theater spielt?

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