Frank Meyer Blog

Gold gähnt, Platin rennt – und Palladium tobt

11.07.2025

Wer immer noch glaubt, Edelmetalle seien so aufregend wie ein Töpferkurs an der Volkshochschule, der hat im ersten Halbjahr 2025 offenbar tief und fest geschlafen. Was sich da auf den Märkten abspielte, wirkte wie eine wilde Mischung aus Komödie, Drama, Wirtschaftskrimi und einer Prise Endzeitthriller. Mit Happy End? Zumindest fürs Depot – denn die Preise der edlen Metalle zündeten den Turbo. Vor allem in US-Dollar gerechnet, versteht sich. Der hat nämlich gegenüber dem Euro um knackige 13 Prozent nachgegeben. In Euro wirkt das Ganze daher etwas weniger spektakulär. Aber was soll’s: Der wahre Star der Show ist ohnehin die schleichende Panik.

Gold? Ach ja, der gemütliche Dauerläufer der Finanzwelt. Solide, brav im Plus, aber ungefähr so spannend wie eine Steuererklärung mit Kamillentee-Begleitung. Anleger greifen reflexartig zu, wenn sie nicht mehr wissen, wohin mit dem Geld – oder wenn sie sich beim Weltuntergang wenigstens noch den Zahnersatz sichern wollen. Normalerweise schlummert Gold im Sommer selig vor sich hin, doch diesmal war alles anders: Trotz des berüchtigten „Sommerlochs“ hielt sich das gelbe Metall nicht nur wacker, es glänzte sogar. Kein Wunder, schließlich bunkern die Notenbanken mittlerweile Gold wie Hamster im Atomwinter. Offenbar traut man den eigenen Währungen nicht mehr über den Weg – und der US-Dollar sowieso nicht: Der grüne Schein hatte sein schlimmstes Halbjahr seit 1973. Da war sogar die Ölkrise noch ein Kindergeburtstag dagegen. Also schnell raus aus den Dollar-Beständen, rein in das gute alte Metall. Motto: Solange man für die grünen Zettel noch was bekommt, lieber tauschen – bevor sie endgültig zum Altpapier mutieren. Ergebnis: Gold glänzte mit einem Plus von 25 Prozent. Und das, obwohl es sich gar nicht groß bewegen wollte.

Silber? Natürlich wieder die Diva im Edelmetallzirkus. Erst großes Drama, dann launische Hysterie, am Ende immerhin ein respektables Plus von 17 Prozent. Schick, aber anstrengend – wie ein italienischer Sportwagen in der Rushhour. Doch jetzt wird es spannend: Silber tänzelt gefährlich an den Widerständen herum, als wolle es sagen: „Noch ein kleines bisschen, dann zeig’ ich euch allen, wer hier der Star ist.“ Vielleicht wird Silber tatsächlich der Überraschungssieger am Jahresende. Aber wetten sollte man auf diesen Launebalken besser nicht ohne Valium.

Und dann betraten die wahren Stars des ersten Halbjahrs die Bühne: Platin und Palladium. Jahrelang galten sie als Ladenhüter, verstaubt und preislich am Boden – als wären sie die vergessenen Gäste auf der Party der Edelmetalle. Niemand wollte sie haben, die Preise dümpelten dahin, und wer sie erwähnte, wurde schief angesehen – ungefähr wie jemand, der noch CDs sammelt.

Doch plötzlich das Comeback. Und was für eins! Die Kurse schossen nach oben, als hätten Platin und Palladium eine Schönheitsoperation hinter sich und gleich noch einen PR-Berater engagiert. Plötzlich galten sie wieder als „wertvoll“, „wichtig“ und „unverzichtbar“. Warum? Ganz einfach: Weil alles steigt, was irgendwie schwer, glänzend und nicht beliebig vermehrbar ist.

Zudem gefällt Anlegern der Gedanke, dass Platin in der Industrie für Wasserstofftechnik gebraucht wird. Ob das am Ende sinnvoll oder nur ein weiterer Hype ist? Egal. Hauptsache, der Rohstoff klingt nach Zukunft. Und Palladium? Wird nach wie vor in der Autoindustrie verbaut, ganz gleich, wie oft das Ende des Verbrenners schon verkündet wurde.

Die beiden Metalle haben also einfach das gemacht, was sie am besten können: Sie lagen still herum, wurden über Jahre ignoriert – und plötzlich waren sie wieder „in“. Als hätte man beim Aufräumen im Keller ein altes Gemälde gefunden, das heute Millionen wert ist.

So schnell geht das an den Finanzmärkten: Erst ungeliebt, dann heiß begehrt. Platin und Palladium – die Comeback-Kids des Edelmetallzirkus.

Auffällig: Auch die Aktienmärkte feiern munter neue Rekorde. Offiziell wegen „robuster Unternehmensgewinne“ und „starker Konjunktur“. Ja klar. Und der Weihnachtsmann macht jetzt Steuerberatung. In Wahrheit wittern die Anleger längst, was läuft: Die Kaufkraft zerbröselt in Zeitlupe – also weg mit dem Bargeld, rein in alles, was nicht auf wundersame Weise plötzlich weniger wert wird. Aktien, Gold, Platin, Palladium – Hauptsache, es glänzt oder lässt sich zur Not in eine Zahnfüllung umgießen. Frei nach dem Motto: Lieber ein schwankendes Depot als ein garantiert entwerteter Euro.

Und am Ende bleibt die Erkenntnis: Je größer die Schuldenorgie, desto teurer wird alles, was irgendwie nach Realität riecht. Willkommen in der neuen Normalität, in der nicht mehr nur Geld arbeitet – sondern vor allem die Druckerpressen.

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