Frank Meyer Blog

Edelmetalle im Oktober: Im Zeichen von Virus und Notenbanken

12.10.2020

Was haben unser Geld und die aktuellen Corona-Infektionszahlen gemeinsam? Mathematiker würde sagen, ihre exponentielle Funktion. Irgendwann geht es steil. Das endet auch irgendwann wieder. In Sachen Geld ist der Goldpreise eine Art von Barometer, wie viel Geld man schon wieder in Umlauf gebracht hat. Anders betrachtet, sinkt die Kaufkraft des Geldes, weshalb dann nicht nur Gold immer mehr kostet. Die Auswirkungen der Pandemie lassen die Notenbanken zur Hochform auflaufen. So stieg im August die Euro-Geldmenge (M1) um 13,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die breiter gefasste Geldmenge (M3) um 9,5 Prozent. Eine Schrumpfung ist nicht absehbar - und auch kaum vorstellbar. Im Gegenteil.

Gold in Euro zeigt uns das an. In diesem Jahr ist es um 21 Prozent teuer geworden. Ein Grund zu feiern? Nein. Ein Grund für Besorgnis. Silber in Euro hat sogar 33 Prozent zugelegt bzw. der Euro hat gegenüber Silber um ein Drittel abgewertet. Palladium liegt rund 20 Prozent vorn, Platin aber 13 Prozent hinten. Normalerweise kostet Platin etwas mehr als Gold, also über 1.700 Euro pro Unze. Doch es pendelt aktuell um die 750er-Euro-Marke. Das ist weniger als die Hälfte von Gold und historisch einmalig niedrig. Vielleicht sollte man genau deshalb mal auf das Platin schauen.

An extremen Punkten ist es immer spannend, was nicht heißt, dass es nicht noch extremer und noch spannender werden kann. Silber ist dafür das beste Beispiel. Es kennt alle Bockigkeiten auf der Klaviatur der Extreme. Die weiße Diva ist unberechenbar, aber hübsch und wertvoll. Zumindest sind Trauringe in Platin viel erschwinglicher geworden.

Pflicht und Kür

Man könnte argumentieren, dass Gold in der Streuung von Vermögen eine Art von „Pflicht“ ist und die weißen Metalle die Kür darstellen. Die Welt kennt und liebt das Gold, hat es doch einen tadellosen Ruf über die Jahrhunderte hinweg, denn es hat als Wertspeicher noch nie versagt. Zwar war Silber früher auch Geld, doch die Leute zieht es bei Unsicherheiten und auch Überstunden der Notenbanken in Sachen Geldvermehrung in erster Linie zum Gold. Dennoch wäre es nicht erstaunlich, dass die kleinen Leute aufgrund des im Vergleich zu Silber hohen Goldpreises zunehmend auf das weiße Metall ausweichen. Dort aber treffen sie auf Konkurrenz, denn mehr als die Hälfte des Silbers geht schon in die Industrie. Dort ist es wegen der Vielfalt in der Verwendung vor allem im technologische Bereich gefragt. Die Digitalisierung sorgt für eine weitere konstante Nachfrage.

Gelb ist King

Unterstützung bekommt das Gold auch von neuen Zahlen aus dem World Gold Council, wonach die Gold-ETF’s, also die mit Gold hinterlegten Fonds zwischen Januar und September mehr als 1.000 Tonnen Gold aufgesammelt haben. Das ist mehr als ein Viertel des gesamten Goldangebotes. Dazu melden die Edelmetallhändler eines der besten Jahre, denn die Auswirkungen des Virus und die Geldpolitik treiben mehr und mehr Leute in echte und harte Währungen. Man weiß ja nie.

Doch es ist nicht die Masse, die Gold und Silber kaufen. Die meisten Leute glauben heute auch weiterhin, dass eine „50“ auf einem Geldschein auch „50“ wert bleiben. Vielleicht ist man ja bereit, irgendwann auch zwei „50er“ für einen Wochenendeinkauf auf den Tisch zu legen – aber bei drei oder vier Scheine für den gleichen Korbinhalt ist schnell Schluss mit lustig. Dann werden auch die Unbedarftesten fragen, warum alles so schnell teurer wird. Und wahrscheinlich sind wir jetzt schon in einer Beschleunigungsphase. Der Goldpreis zeigt das an.

Druckt! Was wäre die Alternative?

Seit wir den Euro in den Händen halten, haben sind die Konsumgüterpreise nach offizieller Lesart um 30 Prozent gestiegen. Die Gehälter auch? Für den gleichen Euro von damals bekommt man heute allerdings nur noch die Hälfte an Immobilien und nur noch ein Drittel der US-Aktien. Schaut man dagegen den Goldpreis in Euro an, besitzt unsere Gemeinschaftswährung gegenüber dem Gold nur noch rund ein Fünftel der Kaufkraft von damals.

Wer voll und ganz auf den inzwischen zinslosen Euro gesetzt hat, mag zwar die stabilen „50“ auf den 50er-Scheinen als Argument für eine nominale Werthaltigkeit anführen, real betrachtet ist viel Laufkraft von damals weggeschmolzen wie Eiswürfel in der Hand. Der Euro mag als Zahlungsmittel taugen, nicht aber als Wertspeicher. Vielleicht sind die Börsen trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht wirklich tief gefallen. Und vielleicht sind die Börsen in Sachen Kaufkrafterhalt sicherer als es der Euro sein kann. Wie sagte Gorbatschow? Wer zu spät kommt…

Was lehrt uns das?

Infektion, Injektion, Inflation und Deflation. Dazu eine ganze Menge Intervention um vieles gut zu meinen, aber nicht gut zu machen. Alles wirkt gleichzeitig. Es ist die Summe an kleinen oder größeren Krisen, die mit frischem Geld gelöscht werden sollen. Als ob ein „Mehr vom Alten“ irgendwann zu einem anderen Ergebnis führen würde... Diese Geldpolitik wird sich früher oder später als Irrweg herausstellen. Diesen gibt es nur, weil er von so vielen Irrlichtern bestrahlt wird.

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